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Zigarrenkunde Teil 4: Warum brauchen Zigarren eine besondere Lagerung?

Wer Zigarren länger als ein paar Tage in einer Kiste oder offen lagert wird keine Freude daran haben. Die guten Stücke trocknen einfach aus. Wenn sie einem nicht einfach in der Hand zu Krümeln zerfallen schmecken sie zumindest scharf. Auch zu feucht dürfen sie nicht werden, dann verlieren sie schnell an Aroma und ziehen nur noch schwer. Alles über das Geheimnis der richtigen Lagerung erfahren Sie hier:

Zigarren entstammen karibischem Klima

Wird die Zigarre bei einer Luftfeuchtigkeit von 65-75% und der vorgegebenen Raumtemperatur von 20° C bis zu 22°C gelagert, so beträgt die Haltbarkeit durchaus mehrere Jahre. Zigarren kann man gut mit einem hochwertigen Rotwein vergleichen: Je länger die Lagerung geschieht, desto mehr reift er und nimmt an Aroma zu.

In dieser Umgebung können 70% bis 80 % relativer Luftfeuchte herrschen. Der Tabak wächst und reift bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und einer eher warmen Temperatur. Die Lagerung und folgende Verarbeitung des Tabaks vollzieht sich unter den selben Bedingungen. Bringt man seine Zigarren von dort mit nach Europa muss man nach einigen Wochen feststellen, dass sie bröselig werden und rapide an Aroma verlieren, bis hin zur Ungenießbarkeit. Um dies zu vermeiden müssen die Sticks also besonders gelagert werden. Wird die Zigarre bei einer Luftfeuchtigkeit von 65-75% und der vorgegebenen Raumtemperatur von 20 bis zu 22°C gelagert, so beträgt die Haltbarkeit durchaus mehrere Jahre.

Darum ist wichtig, darauf zu achten, die Zigarren unter den richtigen Bedingungen zu lagern. Zum einen brennen trockenere Zigarren schneller ab, werden bei allzu großer Trockenheit porös und zerbrechen oder das Deckblatt löst sich und wickelt sich während des Rauchens ab. Zu feuchte Zigarren hingegen brennen zwar langsamer, dies kann aber dazu führen, dass der Abbrand öfter korrigiert bzw. die Zigarre sogar neu entzündet werden muss. Wer schätzt schon einen ständig unterbrochenen „Smoke“?

Geschmacklich hat der Feuchtigkeitsgehalt ebenfalls Auswirkungen auf die Zigarre. Zigarren, die bei einer geringeren Luftfeuchtigkeit gelagert werden, entwickeln zwar angenehmere und fruchtigere Aromen im Geruch, der Nachteil ist aber ein nicht ganz so ausgeprägter Geschmack im Mundraum.


Feuchter gelagert ist der Duft nicht so ausgeprägt, dafür sind die Aromen nach dem Anzünden intensiver und anhaltender. So kann der „Aficionado“ (dt.: begeisterter Anhänger oder Liebhaber) je nach Vorliebe entscheiden, bei welcher Luftfeuchtigkeitsstufe zwischen 68% und 72% er seine Zigarren lagern möchte. 

Es gilt also, die Bedingungen der karibischen Herkunft möglichst gut und konstant nachzustellen. Nicht nur damit man die Zigarren gut genießen kann, Lagerung kann auch eine Verbesserung durch Nachreifen nach sich ziehen. In dieser Hinsicht kann man Zigarren durchaus mit Wein vergleichen.

Fazit: Trockene Zigarre, angenehmerer Geruch aber weniger Geschmack. Feuchtere Zigarre, mehr Geschmack den man mit einem schlechteren Zugverhalten und auf lange Sicht mit dem Verlust von Aromen bezahlt.

Nachreifung durch Lagerung

Schon ein bis zwei Tage der Ruhe im Humidor können einen großen Unterschied machen, ein bis zwei Wochen, Monate oder Jahre können sogar Wunder bewirken. Zigarren verlieren ihre „Stallgerüche“, Schärfe und oft auch Zugprobleme. Die Zeiten, als nur im Herstellerland optimal gereifte Zigarren verpackt und verschifft wurden, sind leider vorbei. Diese Lagerware gelangt recht frisch und teilweise noch mit Überschussfeuchte aus der Fertigung in die Humidore und Klimaschränke unserer Händler. Dies trifft meist auf Zigarren aus Kuba zu. Die Händler haben nicht die nötige Lagerkapazität, um die Zigarren lang genug reifen zu lassen, damit diese ablüften und ihre Fermentationsgase verlieren. Dies müssen sie dann beim Aficionado im heimischen Humidor tun.  

Der Humidor und der Jar

Hierzu hat Zino Davidoff den Humidor aus Holz erdacht. Durch einen gewissen Austausch von Luft und Feuchtigkeit vollzieht sich die erwünschte Nachreifung. Möchte man den Reifegrad halten, bieten sich sogenannte Jars an. Diese sind nahezu luftdicht geschlossen und konservieren den derzeitigen Stand. Zudem ist die Lagerung im Jar einfacher zu handhaben, da man beim Jar die Bedingungen besser unter Kontrolle hat. Schaut man erst nach Monaten wieder mal in seinen Humidor, sind Überraschungen wie Schimmel oder trockene Zigarren nicht auszuschließen.  Ist die Luftfeuchtigkeit nicht konstant und schwankt ständig, kann es vorkommen, dass die Zigarre aufplatzt und damit unrauchbar wird. Dann dehnt sich der innere Wickel stärker aus, als das empfindliche, dünne Deckblatt mit gehen kann. Da die Deckblätter recht eng um das Innere gewickelt werden, reißt das Deckblatt schlicht auf.

Lesen Sie hier mehr Details zu den Möglichkeiten Zigarren aufzubewahren.

Bevor Sie sich einen Humidor anschaffen, sollten Sie vorher bedenken, wo genau Sie diesen platzieren und wie viele Zigarren Sie aufbewahren möchten. Es ist zu empfehlen, lieber einen Humidor zu kaufen, der doppelt so groß ist wie sie normalerweise wählen würden, um der Luftzirkulation Platz zu lassen.  Zudem ist früher oder später jeder Humidor zu klein.

Um nun perfekte Gegebenheiten in den Humidor zu bringen benötigt man einem Hygrometer und einen Befeuchtungsträger. Das Hygrometer ist zum Überprüfen der Luftfeuchtigkeit gedacht. 

Befeuchtungselemente mit einem Schwamm bestehen meist aus einen Kunststoffgehäuse und gehören zu den ältesten Befeuchtungssystemen. Sie gehören zwar zu den günstigen Angeboten, sind allerdings auf Dauer nicht zu empfehlen, da sie eine häufigere Nachbefeuchtung brauchen (alle 1-2 Wochen) und die Wasseraufnahme mit der Zeit immer geringer wird.

Ihr WOLSDORFF Team

Lesen Sie hier die weiteren Blogartikel aus unserer Zigarrenkunde:

Zigarrenkunde Teil 1: Zigarrenformate

Zigarrenkunde Teil 2: Die richtige Aufbewahrung Ihrer Zigarren

Zigarrenkunde Teil 3: Aging von Zigarren - Mythos oder Wahrheit?

Zigarrenkunde Teil 4: Warum brauchen Zigarren eine besondere Lagerung?